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Bogen-Wiki

die verschiedenen Bogenkategorien

Von der jahrtausendealten Primitivform bis zum hochtechnisierten Compoundbogen – Pfeilbögen unterscheiden sich grundlegend in Aufbau, Material, Leistung und Einsatzgebiet. Diese Übersicht stellt alle wesentlichen Kategorien vor.

Traditionelle bogenkategorien

PrimitivbogenTraditionell
Der Primitivbogen ist die älteste und ursprünglichste Form des Pfeilbogens – seit Jahrtausenden weltweit für Jagd und Kampf eingesetzt. Er besteht ausschliesslich aus Naturmaterialien wie Holz oder Horn. Weder ein Schussfenster noch ein ausgeformter Griffbereich sind vorhanden. Abschuss und Zielen erfolgen vollständig instinktiv. Traditionell werden Holzpfeile verwendet.
Vorteile
  • Verbindung zur jahrtausendealten Bogenbautradition
  • Oft individuell auf den Schützen abgestimmt und handgefertigt
  • Unverfälschtes, ursprüngliches Schiesserlebnis

Nachteile
  • Geringste Schusskraft und Präzision aller Bogentypen
  • Hoher Pflege- und Wartungsaufwand
  • Stark witterungsanfällig gegenüber Feuchtigkeit und Temperatur
Geeignet für:Bogensport-Klasse «Primitivbögen», Living History, Einsteiger mit historischem Interesse
LangbogenTraditionell
Der Langbogen ist ein schlanker, gerader Bogen, dessen Länge traditionell der Körpergrösse des Schützen entspricht – in der Regel 160 bis 180 cm. Moderne Varianten werden als Flachbogen mit ausgeschnittenem Schussfenster, welches als Pfeilauflage dient, gefertigt und sind häufig mit Fiberglas laminiert.
Vorteile
  • Einfache Handhabung, wenig Zubehör nötig
  • Minimaler Wartungsaufwand, besonders bei modernen Laminatversionen
  • Starke historische Tradition
  • Einzigartiges Schiesserlebnis, das moderne Bögen selten bieten

Nachteile
  • Geringere Schusskraft und Präzision als Recurve- und Compoundbögen
  • Erfordert ausgereifte Schiesstechnik und viel Übung
  • Holz reagiert empfindlich auf  Temperaturschwankungen
Geeignet für:Traditionelles Bogenschiessen, historischer Sport
ReiterbogenTraditionell
Der Reiterbogen wurde ursprünglich für den Einsatz zu Pferd konzipiert. Er ist deutlich kürzer als ein klassischer Langbogen, weist stark geschwungene Wurfarme auf und hat einen vertieft sitzenden Griff – die charakteristische Form ähnelt einer stark abgerundeten «3». Material ist traditionell Holz oder Horn, moderne Varianten verwenden auch Verbundwerkstoffe wie Fieberglas. Die kurze Bauform ermöglicht präzises Schiessen auch aus engen Positionen.
Vorteile
  • Kurz und handlich – ideal für eingeschränkte Bewegungsfreiheit
  • Trotz geringer Länge gute Energieübertragung durch die Bogenform
  • Abweichende Schiesstechnik gegenüber anderen Bogentypen möglich
  • Historisch bedeutsam 

Nachteile
  • Weniger verbreitet; geringere Auswahl am Markt
Geeignet für: Speed- oder Trickshooting, verschiedene Schiesstechniken, berittenes Bogenschiessen, Sammler
HybridbogenTraditionell
Der Hybridbogen verbindet die Grundform und das Erscheinungsbild des Langbogens mit leicht gegen die Zugrichtung gebogenen Wurfarmen, ist jedoch kürzer als ein klassischer Langbogen. Dadurch liegt seine Leistung bei gleichem Zuggewicht zwischen Lang- und Jagdrecurve. Das Schiessen fühlt sich sanfter und ruhiger an als mit einem Jagdrecurve. 
Vorteile
  • Mehr Leistung und Geschwindigkeit als ein reiner Langbogen
  • Traditionelles Design trotz verbesserter Performance
  • Sanfteres, ruhigeres Abschussverhalten als beim Jagdrecurve

Nachteile
  • Leistung bleibt klar unter der des Jagdrecurve
  • Geringere Marktauswahl als bei klassischen Bogentypen
Geeignet für: Freizeitbogenschiessen, 3D Bogenparcour, Einsteiger mit traditionellem Anspruch
Jagdrecurve 
Das charakteristische Merkmal des Jagdrecurve sind seine nach vorne gebogenen Wurfarmemenden, die im entspannten Zustand vom Schützen weg zeigen. Diese Bauweise ermöglicht gegenüber einem Langbogen eine deutlich höhere Energiespeicherung und Pfeilgeschwindigkeit bei gleichem Kraftaufwand. Jagdrecurvebögen sind einteilig oder als zerlegbare Take-Down-Version (geschraubt oder im ILF-System) erhältlich und eignen sich für Einsteiger ebenso wie für Profis.
Vorteile
  • Höhere Präzision und Effizienz als Langbogen
  • Vielseitig einsetzbar – Wettkampf, Freizeit, Outdoor
  • Breit verfügbar in allen Preisklassen
  • Empfohlen für Einsteiger oder Tournierschiessen

Nachteile
  • Weniger Fehlerverzeihend bei unsauberer Technik oder Schossabgabe als Lang- bzw. Hybridbögen
Geeignet für: Einsteiger bis Fortgeschrittene, Sport, Outdoor, Jagd (wo erlaubt)

TECHNISCHE BOGENKATEGORIEN

Blankbogen Recurve oder Barebow
Der Blankbogen – englisch «Barebow» – ist in der Regel ein Olympischer Recurvebogen ohne jegliche Zielhilfen wie Visier oder Stabilisator. Gezielt wird über die sogenannte Stringwalking-Technik, bei der die Finger die Sehne unterhalb des Nockpunktes greifen und je nach Distanz zum Ziel die Finger auf der Sehne nach unten wandern.
Vorteile
  • Fördert saubere Grundtechnik – ideal zum Erlernen des Bogenschiessens
  • Authentisches Schiesserlebnis nah am traditionellen Stil
  • Günstiger Einstieg ohne teures Zubehör

Nachteile
  • Längere Lernkurve als mit Visierbogen
  • Geringere Präzision auf Distanz ohne Zielhilfen im Vergleich zum Olympischen Recurve
Geeignet für: Einsteiger, Freizeitbogenschiessen, Feldturnier, 3D Bogenschiessen
Olimpischer Recurvebogen
Der olympische Recurvebogen ist der einzige Bogentyp, der bei den Olympischen Spielen zugelassen ist. Er ist dreiteilig zerlegbar (Take-Down): Das Mittelstück besteht aus einer gefrästen oder gegossenen Leichtmetalllegierung, die Wurfarme aus einer Kombination von Fiberglas, Carbon, moderner Materialien oder Holz. An diesem Bogen lassen sich technische Hilfsmittel wie Visier, Stabilisatoren, Button und Klicker montieren.
Vorteile
  • Höchste Präzision unter allen Recurvebögen
  • Modularer Aufbau – Komponenten einzeln anpassbar und austauschbar
  • Optimiert für Wettkampf auf höchstem Niveau

Nachteile
  • Deutlich höhere Anschaffungskosten
  • Nicht für traditionelle Bogensportklassen zugelassen
  • Technisch komplex – weniger geeignet für Einsteiger
Geeignet für: Professioneller Wettkampf, olympischer Bogensport, zum schiessen in Vereinen
Compoundbogen
Der Compoundbogen unterscheidet sich von allen anderen Bogentypen durch sein Flaschenzugprinzip: An den Enden der Wurfarme befinden sich exzentrisch gelagerte Rollen, sogenannte Cams. Beim Ausziehen der Sehne wickelt sich das Kabel um die Cams – die Zugkraft steigt zunächst an und fällt nach Überschreiten des Zuggewicht-Maximums schlagartig ab. Im vollen Auszug hält der Schütze dadurch nur noch einen Bruchteil des ursprünglichen Zuggewichts – die Reduktion beträgt bis zu 90 Prozent. Das ermöglicht ruhiges, entspanntes Zielen über längere Zeit. Die Wurfarme bestehen aus Carbon, das Mittelstück in der Regel aus einer Leichtmetalllegierung.
Vorteile
  • Höchste Schusskraft und Präzision aller Bogentypen
  • Bis zu 90 % Zugreduzierung im Auszug – ruhiges Zielen
  • Visier mit Linsenoptik sowie Stabilisatoren montierbar
  • Ideal für Jagd (dort wo erlaubt) und 3D-Bogensport, Scheibenwettkämpfe
Nachteile
  • Aufwendige Mechanik – höherer Wartungs- und Reparaturaufwand
  • Höhere Anschaffungskosten
  • Nicht in traditionellen Bogensportklassen zugelassen
Geeignet für: Erfahrene Schützen, Wettkampf, 3D-Sport, Jagd (in der Schweiz verboten)

Welcher Bogen passt zu wem?

Die Wahl des Bogens hängt massgeblich vom persönlichen Ziel ab. Wer den Einstieg sucht und zunächst saubere Technik aufbauen möchte, ist mit einem einfachen Jagdrecurve, Hybridbogen oder Blankbogen gut beraten – niedrige Zuggewichte (20 - 30 lbs) ermöglichen es, den Schussablauf ohne grossen Kraftaufwand zu erlernen.  Technikbegeisterte und erfahrene Schützen mit hohem Präzisionsanspruch finden in den technischen Bogenkategorien den geeigneten Bogen.

Traditionell orientierte Schützen, die Wert auf historische Authentizität legen oder den medatativen Aspekt des Bogenschiessens schätzen, werden beim Lang-, Primitiv- oder Hybridbogen fündig.

Wer traditionell unterwegs ist, jedoch maximale Performance wünscht, greift zum Jagdrecurve.

Ziel / Profil Recommandation
Einsteiger, Technik erlernen Recurvebogen / Blankbogen (15–30 lbs)
Wettkampf & olympischer Sport Olympischer Recurvebogen (Take-Down)
Höchste Präzision, 3D-Sport Compoundbogen
Historisches / traditionelles Schiessen Langbogen, Reiterbogen, Primitivbogen
Traditionell, aber mehr Leistung Hybridbogen
 3D Bogensport, Outdoor, Reisen, Transport Jagdrecurve oder Take-Down-Jagdrecurve

Neben dem Bogentyp spielen auch Zuggewicht und Bogenlänge eine wichtige Rolle: Je grösser der Schütze, desto länger sollte der Bogen ausfallen. Für Zielscheibenschiessen eignen sich längere Bögen, für Jagd und Outdoor eher kürzere. Das individuelle Schussgefühl ist durch keine Übersicht zu ersetzen!

Links oder Rechtshand Schütze ?

Bevor du einen Bogen kaufst, musst du wissen, ob du einen Rechts- oder Linkhandbogen brauchst. Die Zughand ist die Hand, die die Sehne zieht – ein Rechthandbogen wird also in der linken Hand gehalten und mit der rechten gezogen.

Entgegen der weit verbreiteten Annahme hat die Zughand wenig mit deiner Schreibhand zu tun. Entscheidend ist stattdessen dein dominantes Auge – denn mit diesem wird gezielt, und es bestimmt automatisch, welche Hand die Sehne ziehen sollte.

Was ist das dominante Auge?

Das dominante Auge ist jenes, dessen Bildinformation sich gegenüber dem anderen durchsetzt. Im Alltag nutzt du es unbewusst – etwa wenn du durch einen Kamerasucher oder einen Türspion schaust. Beim Bogenschiessen ist es das Auge, das du offen lässt; das andere wird häufig automatisch zugekniffen.

So bestimmst du dein dominantes Auge

Strecke beide Arme aus und forme mit Daumen und Zeigefinger beider Hände ein Dreieck. Visiere durch dieses Dreieck ein kleines, ruhiges Objekt an – zum Beispiel einen Lichtschalter oder einen Türknauf. Führe die Hände nun langsam zum Gesicht so dass du das Zielobjekt immer scharf siehst. Das Dreieck wandert dabei unwillkürlich zu einer Gesichtshälfte – auf dieser Seite liegt dein dominantes Auge.

Was tun, wenn Auge und Hand nicht übereinstimmen?

Ist dein dominantes Auge nicht auf der Seite deiner Schreibhand, wähle den Bogen trotzdem nach dem dominanten Auge aus. Die Zughand lässt sich mit etwas Übung problemlos umtrainieren – das dominante Auge hingegen nicht.

Wie ermittle ich die korrekte Auszugsunlänge

Wer seinen ersten Bogen kauft, kommt schnell an den Punkt, an dem die Auszugslänge bekannt sein muss. Sie bestimmt, welche Bogenlängen für dich geeignet sind – und ist ebenso entscheidend für die richtige Pfeillänge. Ein Pfeil darf im Vollauszug keinesfalls von der Pfeilauflage fallen, also nicht zu kurz sein. Unnötig lang sollte er aber auch nicht sein, da jedes zusätzliche Gewicht die Flugbahn beeinflusst.


Methode 1: Mit Messpfeil und Bogen – die genaueste Variante

Die zuverlässigste Methode setzt einen geeigneten Bogen sowie einen langen Pfeil oder einen Messpfeil mit aufgedruckter Skala voraus. Der Bogen sollte leicht genug sein, damit du die korrekte Haltung im Vollauszug bequem einnehmen kannst – bei Erwachsenen empfehlen sich rund 20–30 lbs.

Den Messwert liest du am Pivot Point ab – dem tiefsten Punkt im Bogengriff. Addiere zu diesem Wert 1¾ Zoll, um die Auszugslänge nach dem A.T.A.-Standard (Archery Trade Association) zu erhalten. Dieser Standard stellt sicher, dass Bögen verschiedener Hersteller miteinander vergleichbar sind und der Messwert unabhängig von der Griffdicke des Bogens bleibt.

Steht kein Messpfeil zur Verfügung, markiere einfach den Pfeil auf Höhe des Pivot Points und miss anschliessend die Distanz vom Nockboden zur Markierung – dann ebenfalls 1¾ Zoll addieren.

Methode 2: Näherungsmethoden ohne Bogen

Wer noch keinen Bogen besitzt, kann die Auszugslänge mit drei Näherungsmethoden abschätzen. Alle drei liefern jedoch nur Richtwerte – die Abweichungen zur tatsächlichen Auszugslänge können erheblich sein.

Brustbein-Methode: Lege einen Pfeil oder Stab am Brustbein direkt unterhalb des Halses an und strecke beide Arme gerade nach vorne. Markiere die Stelle, an der die Mittelfinger enden. Die Distanz vom Anfangspunkt bis zur Markierung entspricht näherungsweise deiner Auszugslänge. Umrechnung in Zoll: Wert in cm ÷ 2,54 = Zoll.

Armspannweite: Strecke beide Arme seitlich aus und miss die Spannweite vom längsten Finger der rechten bis zum längsten Finger der linken Hand. Den Wert in cm zunächst durch 2,5, dann durch 2,54 = Zoll teilen.

Wand-Methode: Stelle dich seitlich vor eine Wand, strecke die Bogenhand aus und lege die Faust an die Wand. Drehe den Kopf zur Wand und miss den Abstand von der Wand bis zu deinem Ankerpunkt (z. B. Mundwinkel). Wert in cm ÷ 2,54 = Zoll. 

Von den drei Näherungsmethoden ist die Wand-Methode am ehesten zu empfehlen – bei den anderen beiden besteht das Risiko, dass der Pfeil am Ende zu kurz ausfällt.


Fazit

Alle Näherungsmethoden sind grobe Schätzwerte. Die einzig wirklich verlässliche Methode bleibt die Messung mit Messpfeil und Bogen. Wer noch keinen Bogen besitzt, sollte den ersten Kauf idealerweise in einem Fachgeschäft oder Bogenclub angehen – dort lässt sich die Auszugslänge direkt und korrekt bestimmen.

pfeillänge

Steht die Wahl des Pfeiles fest, geht es an die Länge. Eines ist dabei nicht verhandelbar: Der Pfeil muss bei vollem Auszug zwingend über das Bogenfenster hinausragen. Rutscht er dahinter, besteht das ernsthafte Risiko, sich die Pfeilspitze durch die Bogenhand zu schiessen – eine Verletzung, die sich mit einem genug langem Pfeil vermeiden lässt.

Auszugslänge messen

Am einfachsten geht das mit einem Messpfeil, auf dem die Masszahlen bereits aufgedruckt sind. Alternativ funktioniert ein normaler Pfeil: Ausziehen, von einer zweiten Person eine Markierung setzen lassen – und dann mit einem Massband vom Nockboden bis zur Markierung messen. Wichtig: Die zweite Person steht dabei seitlich neben dem Bogen, nie davor.

Wer weder Mess- noch Normalpfeil zur Hand hat, kann behelfsmässig eine Kerbe in eine gerade Holzstange schnitzen und diese auf der Sehne einnocken. Gemessen wird bis zur Vorderkante des Bogenfensters, also dort, wo der Pfeil aufliegt.

Wie viel Überstand braucht der Pfeil?

Für Einsteiger gilt: Der Pfeil sollte mindestens so lang sein wie die bis zur Vorderkante des Bogenfensters gemessene Auszugslänge – besser etwas länger. Der Ankerpunkt kann sich in der Anfangsphase noch verändern und der Auszug damit länger werden.

Wie viel Überstand erfahrene Schützen bevorzugen, ist sehr individuell. Manche schiessen ohne jeden Überstand, andere mit deutlichem Abstand über das Bogenfenster hinaus. Als praktischer Anhaltspunkt für Einsteiger: ein bis drei Fingerbreit Überstand inklusive Pfeilspitze ist ein guter Ausgangspunkt.

Die richtige Pfeillänge bestimmen

Die Pfeillänge wird von der Nockkerbe bis ans Schaftende gemessen (Insert und Spitze werden nicht mitgerechnet). Nach IFAA-Standard sollte der Pfeil immer im Minimum um 1,75 Zoll (ca. 4,5 cm) länger sein als die Auszugslänge. Als praktischer Anhaltspunkt für Einsteiger: ein bis drei Fingerbreit Überstand inklusive Pfeilspitze ist ein guter Ausgangspunkt

Sehnenlänge

Die richtige Sehnenlänge bestimmen

Wer zum ersten Mal eine Ersatzsehne bestellt, tappt schnell in eine klassische Falle: Die alte Sehne wird abgespannt, von Öhrchen zu Öhrchen gemessen – sagen wir 163cm,  also rund 66 Zoll – und dann eine «64-Zoll-Sehne» bestellt. Die gelieferte Sehne passt jedoch nicht: Sie ist deutlich zu kurz, der Bogen bekommt eine viel zu hohe Standhöhe. Der Vergleich zeigt: Die neue Sehne ist ganze 3 Zoll kürzer als die alte.

Das ist kein Versand- oder Lagerfehler. Es liegt an einem Missverständnis, das sich im Bogensport hartnäckig hält.


Bogenlänge ≠ Sehnenlänge

Die Längenangabe auf Sehnenverpackungen bezieht sich fast ausnahmslos auf die Bogenlänge – nicht auf die tatsächliche Länge der Sehne. Das macht in der Praxis durchaus Sinn: Die Bogenlänge steht auf jedem Bogen und ist für den Schützen auf Anhieb ablesbar.


Sonderfall

Bei Endlossehnen ist besondere Vorsicht geboten. Im Gegensatz zu Flämisch-Spleiss-Sehnen werden Endlossehnen uneingedreht geliefert und müssen auf dem Bogen erst rund 10-30 Mal eingedreht werden, bis die korrekte Standhöhe erreicht ist. Da es hierfür keinen einheitlichen Herstellerstandard gibt, kann eine nach der üblichen Formel bestellte Endlossehne bis zu einem Zoll zu kurz ausfallen.

Wer eine alte Endlossehne nachmessen möchte, sollte sie zunächst vollständig ausdrehen, bis alle Stränge gerade und parallel verlaufen. Die Bestellung erfolgt dann ausschliesslich mit dem Längenmasss der ausgedrehten Sehne plus 3 Zoll – so entstehen keine Missverständnisse mit dem Sehnenbauer.

Bogenlänge = Sehnenlänge (ausgedreht) + 3 Zolldlossehne


Sonderfall 3-teilige ILF Bögen

Bei 3-teiligen ILF Bögen muss die Bogenlänge anhand der Länge des gewählten Griffstückes in Kombination mit der Länge der gewählten Wurfarme, errechnet werden.

Hier eine Übersichtstabelle der gängigsten ILF-Kombinationen:

Griffstück Wurfarme Bogenlänge/Sehnenlänge
17 Zoll 66 Zoll, 60 Zoll (traditionell) oder Short 58 Zoll
17 Zoll 68 Zoll, 62 Zoll (traditionell) oder Medium 60 Zoll
17 Zoll 70 Zoll, 64 Zoll (traditionell) oder Long 62 Zoll
19 Zoll 66 Zoll, 60 Zoll (traditionell) oder Short 60 Zoll
19 Zoll 68 Zoll, 62 Zoll (traditionell) oder Medium 62 Zoll
19 Zoll 70 Zoll, 64 Zoll (traditionell) oder Long 64 Zoll
21 Zoll 66 Zoll, 60 Zoll (traditionell) oder Short 62 Zoll
21 Zoll 68 Zoll, 62 Zoll (traditionell) oder Medium 64 Zoll
21 Zoll 70 Zoll, 64 Zoll (traditionell) oder Long 66 Zoll
23 Zoll 66 Zoll, 60 Zoll (traditionell) oder Short 64 Zoll
23 Zoll 68 Zoll, 62 Zoll (traditionell) oder Medium 66 Zoll
23 Zoll 70 Zoll, 64 Zoll (traditionell) oder Long 68 Zoll
25 Zoll 66 Zoll, 60 Zoll (traditionell) oder Short 66 Zoll
25 Zoll 68 Zoll, 62 Zoll (traditionell) oder Medium 68 Zoll
25 Zoll 70 Zoll, 64 Zoll (traditionell) oder Long 70 Zoll

Zoll - cm Rechner

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CM / ZOLL RECHNER
cm
Zoll (″)
cm

Strangzahl sehnen

Strangzahl – welche brauche ich?

Jede Sehne wird aus einer definierten Anzahl von Garnsträngen gefertigt. Wie viele Stränge benötigt werden, hängt in erster Linie vom Zuggewicht des Bogens oder der  ab. Die folgende Tabelle gibt eine erste Orientierung:

Poids de traction Dacron Fastflight Plus BCY 452X BCY 8125
bis 20 # 6–10 10–12 12–14 10–12
20–30 # 8–12 10–14 12–16 12–14
30–40 # 10–14 12–14 14–16 14–16
40–50 # 12–16 14–18 16–20 16–18
50–60 # 14–16 16–20 18–22 16–20
60–70 # 14–18 18–22 20–24 18–22
70–80 # 16–18 20–24 22–26 22–26

Diese Tabelle dient ausschliesslich als grobe Orientierungshilfe. Die optimale Strangzahl hängt von verschiedenen weiteren Faktoren ab.

Dünnere vs. dickere Sehnen

Dünne Sehnen sind leichter und damit schneller, verzeihen jedoch Lösefehler weniger – für Einsteiger daher weniger geeignet. Dicke Sehnen sind zwar etwas langsamer, schonen den Bogen stärker, sind ruhiger und fehlerverzeihender.

Rechliche Situation Bogenschiessen

Rechtliche Situation – Bogenschiessen in der Schweiz

Kauf und Besitz

Der Bogen fällt in der Schweiz nicht unter das Waffengesetz und gilt als Sportgerät. Er kann daher ohne Bewilligung, Waffenerwerbsschein oder Mindestalter erworben und besessen werden. Dasselbe gilt für Armbrüste. 

Schiessen und Nutzung

Der Bogen gilt in der Schweiz weder als Waffe noch als gefährlicher Gegenstand und darf theoretisch überall benutzt werden – vorausgesetzt, es kann sichergestellt werden, dass niemand gefährdet wird. Ist der Grundeigentümer einverstanden, darf auf privatem Gelände wie dem eigenen Garten oder einem Feld geschossen werden. 

Die Polizei kann Pfeilbögen je nach Situation einziehen oder beschlagnahmen, wenn eine Gefährdung vorliegt oder der Eindruck einer missbräuchlichen Verwendung entsteht.

Bogenparcours und vereinseigene Schiessanlagen bieten die sicherste und rechtlich unkomplizierteste Trainingsmöglichkeit.

Wald und öffentliches Gelände

Bogenschiessen im Wald ist in der Schweiz nicht grundsätzlich verboten, unterliegt aber bestimmten Regeln. Es ist illegal, Aktivitäten auszuüben, die andere Personen gefährden könnten. Da Wälder öffentlich zugänglich sind und jederzeit mit Spaziergängern zu rechnen ist, lässt sich ein vollständiger Risikoausschluss kaum gewährleisten. Im Zweifelsfall empfiehlt sich eine Rückfrage bei der zuständigen Gemeinde oder Forstbehörde. Im Kanton Aargau etwa sind im Wald keinerlei Schiessübungen, -spiele oder -veranstaltungen zulässig  – solche kantonalen Regelungen können je nach Region variieren.

Bogenjagd

Die Bogenjagd ist in der Schweiz generell verboten. Das Jagen mit Bögen oder Armbrüsten ist ausdrücklich untersagt. Es ist daher nicht ratsam, mit Bogen oder Armbrust im Wald herumzustreifen, ohne dies vorgängig mit den örtlichen Behörden abgeklärt zu haben. 

Fazit

Bogenschiessen ist in der Schweiz eine weitgehend unkomplizierte Sportart ohne nennenswerte Zulassungshürden. Entscheidend ist einzig, dass beim Schiessen keine Personen gefährdet werden und – ausserhalb von Vereinsanlagen – die Zustimmung des Grundeigentümers vorliegt. Für Kantone mit spezifischen Regelungen lohnt sich eine kurze Nachfrage bei der lokalen Behörde.

Rechliche Situation Armbrustschiessen

Rechtliche Situation – Armbrust in der Schweiz

Kauf und Besitz

Die Armbrust ist in der Schweiz nicht dem Waffengesetz unterstellt und gilt somit nicht als Waffe. Das Gesetz verbietet weder den Erwerb und den Besitz noch das Führen des Geräts – eine Armbrust kann also problemlos gekauft werden. Es existiert kein Mindestalter für den Erwerb und das Schiessen. Weder Waffenerwerbsschein noch eine behördliche Bewilligung sind erforderlich.

Wichtige Ausnahme: Luftdruck-Armbrüste

Im Handel sind auch mit Luftdruck betriebene Geräte erhältlich, die als Armbrust vertrieben werden. Diese Modelle fallen jedoch unter das Waffengesetz und unterliegen damit anderen Vorschriften als klassische Armbrüste.

Schiessen und Nutzung

In der Schweiz ist das Schiessen je nach Gemeinde teilweise nur in speziell dafür ausgelegten Einrichtungen erlaubt. Auskunft darüber gibt die lokale Polizeiverordnung. Es lohnt sich daher, vor dem Schiessen im Freien kurz bei der Gemeindeverwaltung nachzufragen.

Jagd

Das Jagen mit Armbrüsten oder Bögen ist in der Schweiz ausdrücklich verboten. Es ist daher nicht ratsam, mit Bogen oder Armbrust im Wald herumzustreifen, ohne dies vorgängig mit den örtlichen Behörden abgeklärt zu haben.


Sicherheit geht vor – unabhängig vom Gesetz

Die fehlende gesetzliche Regulierung bedeutet keinesfalls, dass das Thema Sicherheit auf die leichte Schulter genommen werden darf. Im Gegenteil: Wer eine Armbrust besitzt und benutzt, trägt die volle persönliche Verantwortung für einen sicheren Umgang – gegenüber sich selbst, gegenüber anderen Personen und gegenüber dem Eigentümer des genutzten Geländes.

Moderne Armbrüste erreichen sehr hohe Bolzen- und Pfeilgeschwindigkeiten und sind für grosse Distanzen ausgelegt. Gerade deshalb sind Abpraller von harten Oberflächen oder Fehlschüsse besonders gefährlich – der Bolzen kann unkontrolliert und mit hoher Restenergie in unvorhergesehene Richtungen abgelenkt werden.

Anforderungen an einen sicheren Schiessplatz

Ein geeigneter Schiessplatz für Armbrüste muss zwingend folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Ausreichende Tiefe und Übersichtlichkeit: Der Schiessbereich muss auf die tatsächliche Reichweite der Armbrust ausgelegt sein. Hinter dem Ziel muss noch genügend gesicherter Raum vorhanden sein, um Fehlschüsse sicher aufzufangen.
  • Absperrung: Das gesamte Schussfeld muss so abgesichert sein, dass keine unbeteiligte Person – weder von vorne noch von der Seite – unbemerkt in den Gefahrenbereich gelangen kann.
  • Privates Gelände mit Einwilligung: Das Schiessen findet auf privatem Grund und Boden statt, und der Grundeigentümer hat seine ausdrückliche Zustimmung erteilt.
  • Bolzen- und abprallsicherer Hinteranschlag: Hinter der Zielscheibe muss ein geeigneter Backstop vorhanden sein – etwa ein Erdwall, eine spezielle Schaumstoffsicherung oder eine massive Holzkonstruktion – der Bolzen sicher aufhält und Abpraller verhindert.
  • Keine harten Oberflächen im Schussfeld: Steine, Betonmauern oder andere harte Objekte im Schussbereich erhöhen das Abprallrisiko erheblich und müssen vermieden werden.
  • Klare Sichtverhältnisse: Das gesamte Schussfeld muss jederzeit vollständig einsehbar sein. Bei eingeschränkter Sicht – etwa durch Büsche, Geländeunebenheiten oder Lichtbedingungen – darf nicht geschossen werden.
  • Keine Tiere im Schussbereich: Weideflächen oder Gebiete, in denen Tiere frei laufen, sind als Schiessgelände ungeeignet. Splitter oder Bolzenreste können für Tiere lebensgefährlich sein.
  • Aufsicht und Kommunikation: Beim Schiessen in der Gruppe sollte eine verantwortliche Person die Aufsicht übernehmen. Klare Kommandos – «Laden», «Schiessen», «Stopp» – verhindern Unfälle durch mangelnde Absprache.
  • Sichere Aufbewahrung: Die Armbrust wird ungeladen und ausser Reichweite von Kindern und Unbefugten aufbewahrt. Eine gespannte Armbrust darf niemals unbeaufsichtigt sein.

Recommandation

Wer unsicher ist, ob ein Gelände den Sicherheitsanforderungen genügt, sollte im Zweifelsfall auf einen professionellen Schiessstand oder einen Vereinsgelände ausweichen. Diese sind auf die besonderen Anforderungen des Armbrustschiesens ausgelegt und bieten die zuverlässigste Grundlage für einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit dem Sportgerät.

Die Verantwortung liegt stets beim Nutzer – nicht beim Hersteller, nicht beim Händler und nicht beim Gesetzgeber.

Calculateur de valeur de spin

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SPINEWERT-RECHNER
Alle Angaben in englischen Einheiten: Zuggewicht in Pfund (lbs), Länge in Zoll (″), Gewichte in Grain (gr). Bei Komma-Werten bitte einen Punkt als Dezimalzeichen verwenden.
lbs
Reine Schaftlänge — ohne Spitze und ohne Nocke
gr
Bogen & Ausrüstung
Bogentyp
Sehnenmaterial
#
Material der Wurfarme
Carbon Spinewert Niedrigerer Wert = steiferer Schaft
Holz Spinewert in Pfund (lbs)
Conseil