Bogen-Wiki
die verschiedenen Bogenkategorien
Von der jahrtausendealten Primitivform bis zum hochtechnisierten Compoundbogen – Pfeilbögen unterscheiden sich grundlegend in Aufbau, Material, Leistung und Einsatzgebiet. Diese Übersicht stellt alle wesentlichen Kategorien vor.
Traditionelle bogenkategorien
PrimitivbogenTraditionell
- Verbindung zur jahrtausendealten Bogenbautradition
- Oft individuell auf den Schützen abgestimmt und handgefertigt
- Unverfälschtes, ursprüngliches Schiesserlebnis
- Geringste Schusskraft und Präzision aller Bogentypen
- Hoher Pflege- und Wartungsaufwand
- Stark witterungsanfällig gegenüber Feuchtigkeit und Temperatur
- Einfache Handhabung, wenig Zubehör nötig
- Minimaler Wartungsaufwand, besonders bei modernen Laminatversionen
- Starke historische Tradition
- Einzigartiges Schiesserlebnis, das moderne Bögen selten bieten
- Geringere Schusskraft und Präzision als Recurve- und Compoundbögen
- Erfordert ausgereifte Schiesstechnik und viel Übung
- Holz reagiert empfindlich auf Temperaturschwankungen
- Kurz und handlich – ideal für eingeschränkte Bewegungsfreiheit
- Trotz geringer Länge gute Energieübertragung durch die Bogenform
- Abweichende Schiesstechnik gegenüber anderen Bogentypen möglich
- Historisch bedeutsam
- Weniger verbreitet; geringere Auswahl am Markt
- Höhere Präzision und Effizienz als Langbogen
- Vielseitig einsetzbar – Wettkampf, Freizeit, Outdoor
- Breit verfügbar in allen Preisklassen
- Empfohlen für Einsteiger oder Tournierschiessen
- Weniger Fehlerverzeihend bei unsauberer Technik oder Schossabgabe als Lang- bzw. Hybridbögen
- Mehr Leistung und Geschwindigkeit als ein reiner Langbogen
- Traditionelles Design trotz verbesserter Performance
- Sanfteres, ruhigeres Abschussverhalten als beim Jagdrecurve
- Leistung bleibt klar unter der des Jagdrecurve
- Geringere Marktauswahl als bei klassischen Bogentypen
TECHNISCHE BOGENKATEGORIEN
Blankbogen Recurve oder Barebow
- Fördert saubere Grundtechnik – ideal zum Erlernen des Bogenschiessens
- Authentisches Schiesserlebnis nah am traditionellen Stil
- Günstiger Einstieg ohne teures Zubehör
- Längere Lernkurve als mit Visierbogen
- Geringere Präzision auf Distanz ohne Zielhilfen im Vergleich zum Olympischen Recurve
- Höchste Schusskraft und Präzision aller Bogentypen
- Bis zu 90 % Zugreduzierung im Auszug – ruhiges Zielen
- Visier mit Linsenoptik sowie Stabilisatoren montierbar
- Ideal für Jagd (dort wo erlaubt) und 3D-Bogensport, Scheibenwettkämpfe
- Aufwendige Mechanik – höherer Wartungs- und Reparaturaufwand
- Höhere Anschaffungskosten
- Nicht in traditionellen Bogensportklassen zugelassen
- Höchste Präzision unter allen Recurvebögen
- Modularer Aufbau – Komponenten einzeln anpassbar und austauschbar
- Optimiert für Wettkampf auf höchstem Niveau
- Deutlich höhere Anschaffungskosten
- Nicht für traditionelle Bogensportklassen zugelassen
- Technisch komplex – weniger geeignet für Einsteiger
Welcher Bogen passt zu wem?
Die Wahl des Bogens hängt massgeblich vom persönlichen Ziel ab. Wer den Einstieg sucht und zunächst saubere Technik aufbauen möchte, ist mit einem einfachen Jagdrecurve, Hybridbogen oder Blankbogen gut beraten – niedrige Zuggewichte (20 - 30 lbs) ermöglichen es, den Schussablauf ohne grossen Kraftaufwand zu erlernen. Technikbegeisterte und erfahrene Schützen mit hohem Präzisionsanspruch finden in den technischen Bogenkategorien den geeigneten Bogen.
Traditionell orientierte Schützen, die Wert auf historische Authentizität legen oder den medatativen Aspekt des Bogenschiessens schätzen, werden beim Lang-, Primitiv- oder Hybridbogen fündig.
Wer traditionell unterwegs ist, jedoch maximale Performance wünscht, greift zum Jagdrecurve.
| Ziel / Profil | Empfehlung |
|---|---|
| Einsteiger, Technik erlernen | Recurvebogen / Blankbogen (15–30 lbs) |
| Wettkampf & olympischer Sport | Olympischer Recurvebogen (Take-Down) |
| Höchste Präzision, 3D-Sport | Compoundbogen |
| Historisches / traditionelles Schiessen | Langbogen, Reiterbogen, Primitivbogen |
| Traditionell, aber mehr Leistung | Hybridbogen |
| 3D Bogensport, Outdoor, Reisen, Transport | Jagdrecurve oder Take-Down-Jagdrecurve |
Neben dem Bogentyp spielen auch Zuggewicht und Bogenlänge eine wichtige Rolle: Je grösser der Schütze, desto länger sollte der Bogen ausfallen. Für Zielscheibenschiessen eignen sich längere Bögen, für Jagd und Outdoor eher kürzere. Das individuelle Schussgefühl ist durch keine Übersicht zu ersetzen!
Links oder Rechtshand Schütze ?
Bevor du einen Bogen kaufst, musst du wissen, ob du einen Rechts- oder Linkhandbogen brauchst. Die Zughand ist die Hand, die die Sehne zieht – ein Rechthandbogen wird also in der linken Hand gehalten und mit der rechten gezogen.
Entgegen der weit verbreiteten Annahme hat die Zughand wenig mit deiner Schreibhand zu tun. Entscheidend ist stattdessen dein dominantes Auge – denn mit diesem wird gezielt, und es bestimmt automatisch, welche Hand die Sehne ziehen sollte.
Was ist das dominante Auge?
Das dominante Auge ist jenes, dessen Bildinformation sich gegenüber dem anderen durchsetzt. Im Alltag nutzt du es unbewusst – etwa wenn du durch einen Kamerasucher oder einen Türspion schaust. Beim Bogenschiessen ist es das Auge, das du offen lässt; das andere wird häufig automatisch zugekniffen.
So bestimmst du dein dominantes Auge
Strecke beide Arme aus und forme mit Daumen und Zeigefinger beider Hände ein Dreieck. Visiere durch dieses Dreieck ein kleines, ruhiges Objekt an – zum Beispiel einen Lichtschalter oder einen Türknauf. Führe die Hände nun langsam zum Gesicht so dass du das Zielobjekt immer scharf siehst. Das Dreieck wandert dabei unwillkürlich zu einer Gesichtshälfte – auf dieser Seite liegt dein dominantes Auge.
Was tun, wenn Auge und Hand nicht übereinstimmen?
Ist dein dominantes Auge nicht auf der Seite deiner Schreibhand, wähle den Bogen trotzdem nach dem dominanten Auge aus. Die Zughand lässt sich mit etwas Übung problemlos umtrainieren – das dominante Auge hingegen nicht.
Wie ermittle ich die korrekte Auszugsunlänge
Wer seinen ersten Bogen kauft, kommt schnell an den Punkt, an dem die Auszugslänge bekannt sein muss. Sie bestimmt, welche Bogenlängen für dich geeignet sind – und ist ebenso entscheidend für die richtige Pfeillänge. Ein Pfeil darf im Vollauszug keinesfalls von der Pfeilauflage fallen, also nicht zu kurz sein. Unnötig lang sollte er aber auch nicht sein, da jedes zusätzliche Gewicht die Flugbahn beeinflusst.
Methode 1: Mit Messpfeil und Bogen – die genaueste Variante
Die zuverlässigste Methode setzt einen geeigneten Bogen sowie einen langen Pfeil oder einen Messpfeil mit aufgedruckter Skala voraus. Der Bogen sollte leicht genug sein, damit du die korrekte Haltung im Vollauszug bequem einnehmen kannst – bei Erwachsenen empfehlen sich rund 20–30 lbs.
Den Messwert liest du am Pivot Point ab – dem tiefsten Punkt im Bogengriff. Addiere zu diesem Wert 1¾ Zoll, um die Auszugslänge nach dem A.T.A.-Standard (Archery Trade Association) zu erhalten. Dieser Standard stellt sicher, dass Bögen verschiedener Hersteller miteinander vergleichbar sind und der Messwert unabhängig von der Griffdicke des Bogens bleibt.
Steht kein Messpfeil zur Verfügung, markiere einfach den Pfeil auf Höhe des Pivot Points und miss anschliessend die Distanz vom Nockboden zur Markierung – dann ebenfalls 1¾ Zoll addieren.

Methode 2: Näherungsmethoden ohne Bogen
Wer noch keinen Bogen besitzt, kann die Auszugslänge mit drei Näherungsmethoden abschätzen. Alle drei liefern jedoch nur Richtwerte – die Abweichungen zur tatsächlichen Auszugslänge können erheblich sein.
Brustbein-Methode: Lege einen Pfeil oder Stab am Brustbein direkt unterhalb des Halses an und strecke beide Arme gerade nach vorne. Markiere die Stelle, an der die Mittelfinger enden. Die Distanz vom Anfangspunkt bis zur Markierung entspricht näherungsweise deiner Auszugslänge. Umrechnung in Zoll: Wert in cm ÷ 2,54 = Zoll.
Armspannweite: Strecke beide Arme seitlich aus und miss die Spannweite vom längsten Finger der rechten bis zum längsten Finger der linken Hand. Den Wert in cm zunächst durch 2,5, dann durch 2,54 = Zoll teilen.
Wand-Methode: Stelle dich seitlich vor eine Wand, strecke die Bogenhand aus und lege die Faust an die Wand. Drehe den Kopf zur Wand und miss den Abstand von der Wand bis zu deinem Ankerpunkt (z. B. Mundwinkel). Wert in cm ÷ 2,54 = Zoll.
Von den drei Näherungsmethoden ist die Wand-Methode am ehesten zu empfehlen – bei den anderen beiden besteht das Risiko, dass der Pfeil am Ende zu kurz ausfällt.
Fazit
Alle Näherungsmethoden sind grobe Schätzwerte. Die einzig wirklich verlässliche Methode bleibt die Messung mit Messpfeil und Bogen. Wer noch keinen Bogen besitzt, sollte den ersten Kauf idealerweise in einem Fachgeschäft oder Bogenclub angehen – dort lässt sich die Auszugslänge direkt und korrekt bestimmen.
pfeillänge
Steht die Wahl des Pfeiles fest, geht es an die Länge. Eines ist dabei nicht verhandelbar: Der Pfeil muss bei vollem Auszug zwingend über das Bogenfenster hinausragen. Rutscht er dahinter, besteht das ernsthafte Risiko, sich die Pfeilspitze durch die Bogenhand zu schiessen – eine Verletzung, die sich mit einem genug langem Pfeil vermeiden lässt.
Auszugslänge messen
Am einfachsten geht das mit einem Messpfeil, auf dem die Masszahlen bereits aufgedruckt sind. Alternativ funktioniert ein normaler Pfeil: Ausziehen, von einer zweiten Person eine Markierung setzen lassen – und dann mit einem Massband vom Nockboden bis zur Markierung messen. Wichtig: Die zweite Person steht dabei seitlich neben dem Bogen, nie davor.
Wer weder Mess- noch Normalpfeil zur Hand hat, kann behelfsmässig eine Kerbe in eine gerade Holzstange schnitzen und diese auf der Sehne einnocken. Gemessen wird bis zur Vorderkante des Bogenfensters, also dort, wo der Pfeil aufliegt.
Die richtige Pfeillänge bestimmen
Die Pfeillänge wird von der Nockkerbe bis ans Schaftende gemessen (Insert und Spitze werden nicht mitgerechnet). Nach IFAA-Standard sollte der Pfeil immer im Minimum um 1,75 Zoll (ca. 4,5 cm) länger sein als die Auszugslänge. Als praktischer Anhaltspunkt für Einsteiger: ein bis drei Fingerbreit Überstand inklusive Pfeilspitze ist ein guter Ausgangspunkt
Wie viel Überstand braucht der Pfeil?
Für Einsteiger gilt: Der Pfeil sollte mindestens so lang sein wie die bis zur Vorderkante des Bogenfensters gemessene Auszugslänge – besser etwas länger. Der Ankerpunkt kann sich in der Anfangsphase noch verändern und der Auszug damit länger werden.
Wie viel Überstand erfahrene Schützen bevorzugen, ist sehr individuell. Manche schiessen ohne jeden Überstand, andere mit deutlichem Abstand über das Bogenfenster hinaus. Als praktischer Anhaltspunkt für Einsteiger: ein bis drei Fingerbreit Überstand inklusive Pfeilspitze ist ein guter Ausgangspunkt.
Sehnenlänge
Die richtige Sehnenlänge bestimmen
Wer zum ersten Mal eine Ersatzsehne bestellt, tappt schnell in eine klassische Falle: Die alte Sehne wird abgespannt, von Öhrchen zu Öhrchen gemessen – sagen wir 163cm, also rund 66 Zoll – und dann eine «64-Zoll-Sehne» bestellt. Die gelieferte Sehne passt jedoch nicht: Sie ist deutlich zu kurz, der Bogen bekommt eine viel zu hohe Standhöhe. Der Vergleich zeigt: Die neue Sehne ist ganze 3 Zoll kürzer als die alte.
Das ist kein Versand- oder Lagerfehler. Es liegt an einem Missverständnis, das sich im Bogensport hartnäckig hält.
Bogenlänge ≠ Sehnenlänge
Die Längenangabe auf Sehnenverpackungen bezieht sich fast ausnahmslos auf die Bogenlänge – nicht auf die tatsächliche Länge der Sehne. Das macht in der Praxis durchaus Sinn: Die Bogenlänge steht auf jedem Bogen und ist für den Schützen auf Anhieb ablesbar.
Sonderfall
Bei Endlossehnen ist besondere Vorsicht geboten. Im Gegensatz zu Flämisch-Spleiss-Sehnen werden Endlossehnen uneingedreht geliefert und müssen auf dem Bogen erst rund 10-30 Mal eingedreht werden, bis die korrekte Standhöhe erreicht ist. Da es hierfür keinen einheitlichen Herstellerstandard gibt, kann eine nach der üblichen Formel bestellte Endlossehne bis zu einem Zoll zu kurz ausfallen.
Wer eine alte Endlossehne nachmessen möchte, sollte sie zunächst vollständig ausdrehen, bis alle Stränge gerade und parallel verlaufen. Die Bestellung erfolgt dann ausschliesslich mit dem Längenmasss der ausgedrehten Sehne plus 3 Zoll – so entstehen keine Missverständnisse mit dem Sehnenbauer.
Bogenlänge = Sehnenlänge (ausgedreht) + 3 Zolldlossehne
Sonderfall 3-teilige ILF Bögen
Bei 3-teiligen ILF Bögen muss die Bogenlänge anhand der Länge des gewählten Griffstückes in Kombination mit der Länge der gewählten Wurfarme, errechnet werden.
Hier eine Übersichtstabelle der gängigsten ILF-Kombinationen:
| Griffstück | Wurfarme | Bogenlänge/Sehnenlänge |
|---|---|---|
| 17 Zoll | 66 Zoll, 60 Zoll (traditionell) oder Short | 58 Zoll |
| 17 Zoll | 68 Zoll, 62 Zoll (traditionell) oder Medium | 60 Zoll |
| 17 Zoll | 70 Zoll, 64 Zoll (traditionell) oder Long | 62 Zoll |
| 19 Zoll | 66 Zoll, 60 Zoll (traditionell) oder Short | 60 Zoll |
| 19 Zoll | 68 Zoll, 62 Zoll (traditionell) oder Medium | 62 Zoll |
| 19 Zoll | 70 Zoll, 64 Zoll (traditionell) oder Long | 64 Zoll |
| 21 Zoll | 66 Zoll, 60 Zoll (traditionell) oder Short | 62 Zoll |
| 21 Zoll | 68 Zoll, 62 Zoll (traditionell) oder Medium | 64 Zoll |
| 21 Zoll | 70 Zoll, 64 Zoll (traditionell) oder Long | 66 Zoll |
| 23 Zoll | 66 Zoll, 60 Zoll (traditionell) oder Short | 64 Zoll |
| 23 Zoll | 68 Zoll, 62 Zoll (traditionell) oder Medium | 66 Zoll |
| 23 Zoll | 70 Zoll, 64 Zoll (traditionell) oder Long | 68 Zoll |
| 25 Zoll | 66 Zoll, 60 Zoll (traditionell) oder Short | 66 Zoll |
| 25 Zoll | 68 Zoll, 62 Zoll (traditionell) oder Medium | 68 Zoll |
| 25 Zoll | 70 Zoll, 64 Zoll (traditionell) oder Long | 70 Zoll |
Strangzahl sehnen
Strangzahl – welche brauche ich?
Jede Sehne wird aus einer definierten Anzahl von Garnsträngen gefertigt. Wie viele Stränge benötigt werden, hängt in erster Linie vom Zuggewicht des Bogens oder Materialbeschaffenheit der Wurfarme, ab. Die folgende Tabelle gibt eine erste Orientierung:
Dünnere vs. dickere Sehnen
Dünne Sehnen sind leichter und damit schneller, verzeihen jedoch Lösefehler weniger – für Einsteiger daher weniger geeignet. Dicke Sehnen sind zwar etwas langsamer, schonen den Bogen stärker, sind ruhiger und fehlerverzeihender.
| Zuggewicht | Dacron | Fastflight Plus | BCY 452X | BCY 8125 |
|---|---|---|---|---|
| bis 20 # | 6–10 | 10–12 | 12–14 | 10–12 |
| 20–30 # | 8–12 | 10–14 | 12–16 | 12–14 |
| 30–40 # | 10–14 | 12–14 | 14–16 | 14–16 |
| 40–50 # | 12–16 | 14–18 | 16–20 | 16–18 |
| 50–60 # | 14–16 | 16–20 | 18–22 | 16–20 |
| 60–70 # | 14–18 | 18–22 | 20–24 | 18–22 |
| 70–80 # | 16–18 | 20–24 | 22–26 | 22–26 |
Diese Tabelle dient ausschliesslich als grobe Orientierungshilfe. Die optimale Strangzahl hängt von verschiedenen weiteren Faktoren ab.
Zoll - cm Rechner
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Spinewertrechner
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Rechliche Situation Bogenschiessen
Rechtliche Situation – Bogenschiessen in der Schweiz
Kauf und Besitz
Der Bogen fällt in der Schweiz nicht unter das Waffengesetz und gilt als Sportgerät. Er kann daher ohne Bewilligung, Waffenerwerbsschein oder Mindestalter erworben und besessen werden. Dasselbe gilt für Armbrüste.
Rechliche Situation Armbrustschiessen
Rechtliche Situation – Armbrustschiessen in der Schweiz
Armbrustschiessen
In der Schweiz gilt die Armbrust bundesrechtlich grundsätzlich nicht als Waffe im Sinne des Waffengesetzes, sondern eher als Sportgerät.
Schiessen ist nur dort zulässig, wo niemand gefährdet wird und ein sicherer Pfeilfang vorhanden ist; auf Privatgelände können zusätzlich Gemeinde-, Polizei- oder Mietvorschriften gelten.
Für die Jagd gelten separate Regeln – mit der Armbrust darfst Du nicht einfach Wild jagen.
Wald und öffentliches Gelände
Bogenschiessen im Wald ist in der Schweiz nicht grundsätzlich verboten, unterliegt aber bestimmten Regeln. Es ist illegal, Aktivitäten auszuüben, die andere Personen gefährden könnten. Da Wälder öffentlich zugänglich sind und jederzeit mit Spaziergängern zu rechnen ist, lässt sich ein vollständiger Risikoausschluss kaum gewährleisten. Im Zweifelsfall empfiehlt sich eine Rückfrage bei der zuständigen Gemeinde oder Forstbehörde. Im Kanton Aargau etwa sind im Wald keinerlei Schiessübungen, -spiele oder -veranstaltungen zulässig – solche kantonalen Regelungen können je nach Region variieren.
Schiessen und Nutzung
Der Bogen gilt in der Schweiz weder als Waffe noch als gefährlicher Gegenstand und darf theoretisch überall benutzt werden – vorausgesetzt, es kann sichergestellt werden, dass niemand gefährdet wird. Ist der Grundeigentümer einverstanden, darf auf privatem Gelände wie dem eigenen Garten oder einem Feld geschossen werden.
Die Polizei kann Pfeilbögen je nach Situation einziehen oder beschlagnahmen, wenn eine Gefährdung vorliegt oder der Eindruck einer missbräuchlichen Verwendung entsteht.
Bogenparcours und vereinseigene Schiessanlagen bieten die sicherste und rechtlich unkomplizierteste Trainingsmöglichkeit.
Fazit
Bogenschiessen sowie Armbrustschiessen ist in der Schweiz eine weitgehend unkomplizierte Sportart ohne nennenswerte Zulassungshürden. Entscheidend ist einzig, dass beim Schiessen keine Personen gefährdet werden und – ausserhalb von Vereinsanlagen – die Zustimmung des Grundeigentümers vorliegt. Für Kantone mit spezifischen Regelungen lohnt sich eine kurze Nachfrage bei der lokalen Behörde.